Über sexuellen Missbrauch Bescheid wissen

Kinder brauchen Wissen und Worte, Gebärden oder andere Ausdrucksmöglichkeiten zu Grenzverletzungen, Übergriffen und sexuellem Missbrauch um sich mitteilen zu können.

Dabei sollten Erwachsene Kinder aber nicht verunsichern oder ihnen Angst machen. Die Sprache und die benannten Details sollten dem Entwicklungsstand und dem Alter angemessen sein.

Die Bildergeschichten und Filme der Ben und Stella-Homepage geben ein Beispiel, wie man über das Thema reden kann. Dort heißt es:

Erwachsene dürfen keine sexuellen Dinge mit Kindern machen.
Zum Beispiel: Die Lehrerin darf Murat nicht an den Penis fassen.
Der Onkel darf Jenny keine Sex-Bilder zeigen. Und er darf Jenny auch nicht nackt fotografieren.

Andere einfache Formulierungen können sein:

Niemand darf Kinder einfach an den Po oder in die Hose fassen, wenn Kinder das nicht mögen.

 

Für Jugendliche, die schon mehr Wissen über Sexualität haben, zeigt die Broschüre „Was ist sexueller Missbrauch? Ben und Stella wissen Bescheid!“, wie man etwas deutlicher über das Thema reden kann.

Dort wird erklärt:

Sexuelle Dinge sind zum Beispiel:
Sich gegenseitig an Scheide, Penis, Po und Brust anfassen, den Penis des Mannes in die Scheide der Frau schieben.
Erwachsene dürfen keine sexuellen Dinge mit Kindern machen. Sexueller Missbrauch ist verboten!

Manchmal sind bei der Pflege oder bei ärztlichen Untersuchungen jedoch leider auch für Kinder unangenehme Berührungen notwendig.

Dazu heißt es in der Broschüre:

Manchmal magst Du nicht, was jemand mit Dir macht.
Zum Beispiel: Bei der Pflege, Auf der Toilette.
Dann ist es gut darüber zu reden.

Manchmal weißt Du nicht:
Was soll ich tun? Ist das verboten? Ist das sexueller Missbrauch?

Darüber darfst Du reden, Du darfst dir Hilfe holen!“

Erwachsene sollten Kinder angemessen über Grenzverletzungen, Übergriffe und sexuellen Missbrauch informieren.

Dabei sollten Eltern aber nicht vergessen werden, Mädchen und Jungen auch über die schönen, angenehmen Seiten von Sexualität zu sprechen. Sexualaufklärung ist genauso wie Prävention ein wichtiger Bestandteil von Erziehung.

Prävention darf nicht nur eine einmalige Warnung vor Gefahren sein. Prävention sollte Teil einer Erziehung sein, die die Selbstständigkeit und das Selbstbewusstsein von Mädchen und Jungen fördert.